Das  Prinzip der optischen Entfernungsmessung ist relativ einfach.
Sie basiert in ihrer einfachsten Form aus einer Anordnung von drei festen und einem beweglichen Spiegel.
VergrößerungÜber die Spiegel 1 und 2 wird ein Abbild des Zieles zum Auge des Beobachters geleitet.
Ein weiteres Abbild des gleichen Zieles wird über die Spiegel 4 und 3 dem Beobachter ebenfalls zur Ansicht gebracht.
Dadurch erscheinen im Auge des Beobachters zwei sich überlappende Abbilder des Zieles.
Der Beobachter verstellt nun den Winkel des Spiegels 4 so lange bis die beiden Abbilder übereinander zu liegen scheinen.
Nun ist es möglich über der gefundenen Winkelstellung des Spiegels 4 und der math. Dreiecksfunktionen den Abstand zwischen Spiegel 1 und dem Ziel zu berechnen. (grün eingezeichnet).
Eine Entfernungsänderung zum Ziel hat eine Fehleinstellung des Spiegels 4 zur Folge und das zweite Abbild wandert im Auge des Beobachters aus. (rot eingezeichnet).
Ein geübter Beobachter kann aus der Art und Weise des Auswanderns einige Rückschlusse ziehen. Ihm ist es möglich  genauere Schätzungen über Geschwindigkeit und Gegnerlage sowie -kurs abzugeben als nur mit bloßem Auge.
Umso größer der Abstand zwischen den Spiegeln 1 und 4 ist, um so genauer kann die Messung erfolgen.
Bei den Schlachtschiffen der Kriegsmarine erreichte diese Basislänge bis zu 10,5 m..
Durch den Vergleich der Ergebnisse mehrerer Entfernungsmesser ist eine noch genauere Entfernungsmessung möglich, da leichte Fehlmessungen der einzelnen Beobachter im Mittelwert ausgeglichen werden.
Dem Beobachter zeigt sich das Ziel wie folgt:

Fehler

Genau

Für die Anzeige einer Zieldeckung gab es noch andere Verfahren. So wurde in einigen Systemen das Ziel in der waagerechten geteilt und der Beobachter mußte Ober- und Unterteil für eine genaue Messung zusammensetzen. In anderen Systemen mußte ein  ein Zielkreuz auf die Mitte des Gegnerschiffes gelegt werden.
Alle Systeme basieren jedoch auf dem gleichen Grundprinzip.

Die optischen Systeme wurden in ihrer Entwicklung immer weiter verfeinert und erwetert, so z.B. um interne Kalibrierverfahren oder Blaubelag der Optiken zur Verbesserung der Sichteigenschaften.

Eine interessante Besonderheit gab es bei den Zielgeräten, die in die Geschütztürme eingebaut waren.
Da die Türme, bedingt durch die erforderliche Schießrichtung, nicht in direkter Richtung zum Ziel standen, mußten die Zieloptiken quasi schief zur Turmmittelachse verstellbar sein. Dies hatte zur Folge, das die Sichtöffnungen  recht groß ausfallen mußten.

 


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