Nach den 1. Weltkrieg war der neu gegründeten Reichsmarine nur eine kleine Zahl stark veralteter Torpedoboote verblieben. Um die Jahrhundertwende gebaut und mittlerweile stark verschlissen war der Kampfwert dieser Torpedoboote praktisch nicht mehr vorhanden. Für Ersatzbauten war der Reichsmarine im Versailler Vertrag  enge Grenzen gesetzt worden. So durften Torpedobootsneubauten ein Gewicht von 200 ts nicht überschreiten. Diese Beschränkung in der Größe war für moderne Torpedoboote absolut unzureichend und von den Siegermächten des 1. Weltkrieges bewußt gewählt.

Doch nicht nur bei den Torpedobooten war eine solch restriktive Beschränkung eingeführt worden. Auch bei den Zerstörern war - mit einem max. Deplacement von 800 ts - ein Wert gewählt, der es unmöglich machen sollte Einheiten dieser Klasse mit einer ausreichenden Kampfkraft zu entwickeln und zu bauen.

Es mußte nun also ein Kompromiß gefunden werden. Man entwickelte nun einen neuen Typ von Torpedobooten mit einer klassentypischen Bewaffnung und einer Konstruktionsverdrängung welche die 800 ts-Grenze voll ausschöpfen sollte.

Offiziell wurden diese Torpedoboote als „Zerstörer“ deklariert. Innerhalb der deutschen Marine nahm diese Bezeichnung für die Torpedobootsneubauten jedoch nie Einzug.

Die unter dieser Bezeichnung entwickelten Schiffe der „Raubvogel“ und „Raubtier“-Klasse entsprachen artilleristisch gesehen in keiner Weise einem modernen Zerstörer.

Nach der Fertigstellung der zwölf ersten neuen Torpedoboote stoppte die Entwicklung und der Neubau von Schiffen dieser Art.

Aber nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 und dem verstärkten Rüstungsanlauf Polens und der Sowjetunion tauchte das Torpedoboot als ein geeignetes Kriegsschiff für den Ostseeraum wieder in den Planungen auf.

Die Überlegungen führten zur Entwicklung der Torpedoboote 1935 und dem sehr ähnlichen Torpedoboot 1937.

Beide Klassen sollten in höheren Stückzahlen gebaut werden. Das Torpedoboot 1935 sollte auch noch den Zulauf aller zwölf geplanten Einheiten erleben. Von den geplanten 24 Einheiten des Torpedobootes 1937 sollten aber nur noch neun fertiggestellt werden da die Kriegsmarine sich mittlerweile entschieden hatte die weitere Aufrüstung auf das Flottentorpedoboot zu stützen.

Der gelungene Entwurf des Flottentorpedobootes 1939 bestätigte diesen Entschluß. Ein wichtiger Punkt für das Gelingen des 1939´er Entwurfes war sicherlich der kriegsbedingte Wegfall jeglicher Beschränkungen hinsichtlich der Bewaffnung und der Größe. Diese Schiffe und auch die nachfolgenden Projekte konnten, von den Fesseln der Verträge befreit nun endlich in einer ausgewogenen Form konstruiert und teilweise auch gebaut werden.